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PR, Medienarbeit: Geschenke für Journalisten?

Geschenke für Journalisten?

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Auch wenn Journalisten nicht mehr mit Geschenken überhäuft werden, gibt es sie noch: Rabatte, Einladungen, Reisen, eine gute Flasche Wein.

Dürfen Journalisten Geschenke überhaupt annehmen? Offizielle Regeln dazu gibt es in Österreich nicht. In etlichen Verlagen sind die Redakteure aber aufgrund der Redaktionsstatuten verpflichtet, keine größeren Geschenke anzunehmen, die ihre Berichterstattung beeinflussen würden. Kleinere Aufmerksamkeiten sind dagegen in Ordnung.

Doch welches "Christkindl" kommt bei den Journalisten gut an? "Das wichtigste ist die Affinität zum Produkt", weiß Sigi Kämmerer, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Salzburg AG. So seien für Telekom-Fachjournalisten USB-Sticks eine gute Idee, während sich Verkehrs-Fachjournalisten beispielsweise über ein Modell der neuen StadtBusse der Salzburg AG freuen dürften. "Eine gute Partnerschaft kann neben professionellem Miteinander auch eine emotionale Beziehung beinhalten", so Kämmerer.

Ähnlich sieht es auch Andreas Ecker-Nakamura, Leiter der PR-Abteilung der Raiffeisen Zentralbank (RZB). "Im Anschluss an die letzte Pressekonferenz des Jahres erhalten die Journalisten Lebkuchen oder Christstollen. Das ist eher ein symbolisches Geschenk", so Ecker-Nakamura. Traditionell versende die RZB keine Weihnachtsgeschenke an Journalisten, stattdessen wird für vorweihnachtliche Charityaktionen gespendet.

Besonders aufmerksam sind die Mobilfunkbetreiber: Im Vorjahr wartete Drei mit kleinen Thujenstauden auf, die mit Christbaumkugeln geschmückt waren. Mitbewerber A1 erfreute die Journalisten mit einem Perpetuum Mobile, "zur Entspannung im Büro". Die Bäckerei Felber schickte ein ganzes Gebäck-Sortiment in die Redaktionen, das von Weihnachtskeksen bis zum Plundergebäck alles bot, was das (Schleckermaul-)Herz begehrt. Einige Unternehmen verschenkten Schokoladen mit eigens gefertigten Banderolen, die von hübschen Mädels in den Büros der Medienunternehmen verteilt wurden. Klassisch sind auch die Flasche Champagner von Schlumberger, Produktproben von Henkel oder die "Vienna Products", die die Wirtschaftskammer Wien beinahe jedes Jahr den Ansprechpartnern in den Redaktionen überreicht.

In den Redaktionen selbst sind die kleinen Geschenke gern gesehen. "Unangenehm findet das keiner", weiß Gerald Hofbauer, Wirtschaftsredakteur der Kronen Zeitung. Manch witzige Aufmerksamkeit sorgt sogar für Erheiterung in der Redaktion: So erhielt ein Kollege einen Kalender, wo im Bild jeder Kalenderseite der Name des Journalisten individuell eingebaut wurde. So mutierte der Würstelstand schnell zu "Thorstens Imbiss" - eine persönliche Überraschung, die das ganze Jahr Freude macht.

Generell gilt: Aufmerksamkeiten, die sich im Rahmen halten, sind nicht nur vom Standpunkt der journalistischen Ethik, sondern auch steuerlich unproblematisch: Denn ein Geschenk ist nur dann steuerlich abzugsfähig, wenn die Anschaffungskosten dafür unter 35 Euro liegen. Und in dieser Frage sollen die Finanzämter - so klagen die Unternehmer - besonders streng sein.

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