Social Media: Wie sie die Pressearbeit verändern
Facebook hat in Österreich eine höhere Reichweite als die "Kronen Zeitung". Twitter ist beliebter als "Die Presse". Viele XING-Gruppen erreichen schon mehr Entscheidungsträger als große Business-Events. Diese Vergleiche zeigen: Social Media kann man in der Öffentlichkeitsarbeit kaum mehr ignorieren.
Doch nach einer ersten Aufbruchphase ist Katerstimmung eingekehrt - durchdachte Strategien und professionelle Tools für erfolgreiche PR im Web 2.0 sind in vielen Unternehmen und Organisationen noch Mangelware. Vor allem in der Medienarbeit gibt es viele Möglichkeiten, Presseaussendungen & Co. an die neuen Anforderungen anzupassen.
Social Media Release
Aus der klassischen Presseaussendung wird die Social Media Release: * Suchmaschinenoptimierung wird wichtiger. * Inhalte werden neu portioniert. * Dialogelemente fördern Rückmeldungen. * Videos, vorformulierte Sätze für Twitter oder Facebook-Buttons sorgen für zusätzliche Verbreitung in Sozialen Netzwerken.
Als Beispiele finden Sie nachfolgend drei Social Media Releases: * Muster für Social Media Releases (engl.) * Social Media Release von Symantec * Social Media Release des Roten Kreuzes
Social Media Newsroom
Doch nicht nur Presseaussendungen ändern sich. Auch Pressebereiche auf Websites entwickeln sich immer mehr zu Social Media Newsrooms. Manche Unternehmen ersetzen die Website sogar schon ganz durch Social Media Newsrooms. Diese stellen Inhalte interaktiver dar, vereinen die gesamte Social Media-Kommunikation, enthalten Feedback-Möglichkeiten und sind - mittlerweile fast selbstverständlich - für Suchmaschinen bestens zu finden. Gerne werden zusätzlich sogenannte "Tag Clouds" eingebaut. Diese Wortwolken stellen die am meisten verwendeten Begriffe größer dar und erleichtern somit die Orientierung auf einen Blick.
Zwei Beispiele für Social Media Newsrooms finden Sie hier: * Coca Cola * Burda
Ähnlich wie beim Versand von Pressemitteilungen gibt es auch für das Einrichten von Social Media Newsrooms externe Dienstleister. Zu Anbietern im deutschsprachigen Raum finden Sie hier nähere Informationen: * Mediaquell * Newsroom.eu * NewsRoomWizard
Journalisten im Web 2.0
Bei all dem zusätzlichen Aufwand stellt sich die Frage, ob er sich auch lohnt - gerade im Bereich Medienarbeit. Journalisten in Österreich scheinen jedenfalls sehr "Social Media-affin" zu sein. Das zeigt auch eine Umfrage von APA OTS und Marketagent vom Mai 2010: Soziale Netzwerke wurden schon damals von 59 % der heimischen Redakteure genutzt, Blogs von 41 % und Twitter gar von 46 %. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die ikp-Studie "Journalismus & Social Media", die ebenfalls im Jahr 2010 durchgeführt wurde: Hier ist Facebook an erster Stelle (79 % der Journalisten haben ein eigenes Profil) vor XING (69 %) und Twitter (30 %). Allerdings ist zu betonen: Facebook nützt die Hälfte täglich, XING wird dagegen nur von einem Zehntel täglich frequentiert.
Und auch der vergleichsweise niedrige Wert von Twitter heißt nicht, dass es bei Journalisten unbeliebt ist: Auch hier sieht ein Drittel der Journalisten, die angeben, Twitter aktiv zu nützen, immerhin täglich vorbei! Der Microblogging-Dienst Twitter, mit dem Nachrichten in SMS-Länge publiziert werden, ist bei Journalisten viel beliebter als beim Rest der Bevölkerung, wo Twitter noch ein "Schattendasein" fristet. Das mag daran liegen, dass Medienschaffende gerne ihre Meinung sagen - und mit der Zuspitzung auf das Wesentliche kein Problem haben.
Hier finden Sie Details der zitierten Studien: * APA OTS-Umfrage * ikp-Studie "Journalismus & Social Media"
Journalisten nutzen Twitter, Facebook & Co. aber nicht nur, um eigene Inhalte zu publizieren. Sie verwenden Soziale Netzwerke auch, um zu recherchieren, Fragen zu stellen oder "Geschichten" zu entdecken. Dass die User von Social Media für Recherchezwecke eingesetzt werden, ist bei großen internationalen Medien wie CNN längst üblich und wird unter dem Stichwort "Crowd Sourcing" zusammengefasst. Auch in Österreich ist ein Fernsehmoderator der prominenteste Journalist in Sozialen Netzwerken: ZiB 2-Moderator Armin Wolf hat auf Twitter immerhin rund 25.000 sogenannte Follower (= Personen, die seine Twitter-Nachrichten/Tweets lesen).
* Österreichische Journalisten auf TwitterWeiterbildung
Falls Sie sich mit Medienarbeit oder strategischer PR beschäftigen und sich im Zuge dessen Gedanken machen, wie Sie in Zukunft mit dem Thema Social Media umgehen: In einigen Seminaren und Workshops der aditorial academy sind Social Media (unter anderem) Thema. Den Link zum aktuellen Programm der aditorial academy finden Sie nachfolgend.
